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Im Interview mit dem Fachmagazin imaging+foto-contact sprechen die CASIO Forschungs- und Entwicklungsmanager Jin Nakayama und Tatsuo Shimazaki über den Stand der Technik, die Zukunft der digitalen Fotografie und ihre Vision der perfekten Kamera.
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  Welche weiteren Vorteile können Sie uns erklären?
  Jin Nakayama
  Zum einen wird durch die kürzeren Signalwege in den integrierten Elementen das Rauschen deutlich reduziert. Zudem arbeiten diese verdichteten Bauteile deutlich effizienter: So konnten wir bei der Exilim Engine z. B. den Energieverbrauch gegenüber herkömmlichen Bildprozessoren deutlich senken. Es läge nun nahe, einen kleineren Akku einzubauen, aber wir hatten eine bessere Idee: Wir nutzten den durch die kleinere Baugröße gewonnenen Platz für einen größeren Akku mit mehr Kapazität. So erklärt sich die außerordentlich lange Betriebszeit der Exilim Kameras.
Tatsuo Shimazaki: "Wir hatten allerdings als erste die Idee, die transparente Keramik Lumicera zur Herstellung optischer Linsen einzusetzen."
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Nun kommt es auch bei Digitalkameras bekanntlich nicht nur auf die Elektronik an, sondern auch auf die Optik. Auf welche Kompetenz kann Casio hier zurückgreifen?
Tatsuo Shimazaki
Es ist tatsächlich so, daß neben der Reduzierung der Baugröße elektronischer Komponenten die Miniaturisierung des Objektivs die größte Herausforderung ist, wenn man eine besonders kompakte Kamera bauen will. Denn die physikalischen Gesetze der Lichtbrechung lassen sich nicht manipulieren. Wir haben uns von Anfang an mit diesen Problemen auseinandergesetzt und in unserem Hamura R & D Centre eine eigene Optik-Entwicklung aufgebaut. Dabei arbeiten wir auch mit anderen Herstellern zusammen: Wie Sie wissen, wurde z. B. das 3fach Zoomobjektiv der Exilim EX-Z3 gemeinsam mit Pentax entwickelt, und dabei wurden die Technologien beider
  Unternehmen kombiniert. In jüngster Zeit haben wir durch die Entwicklung der Keramiklinse, die jetzt zum ersten Mal in der Exilim CARD EX-S100 zum Einsatz kommt, die Möglichkeit geschaffen, unsere Kameras noch weiter zu verbessern.
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  Welche Vorteile hat die Keramiklinse? Wie ist Casio darauf gekommen, dieses Material einzusetzen?
Tatsuo Shimazaki
  Das Material – die transparente Keramik Lumicera – wurde nicht von Casio entwickelt, sondern ist ein frei verfügbarer Werkstoff, den wir von der Murata Manufacturing Co. Ltd. beziehen. Wir hatten allerdings als erste die Idee, dieses Material zur Herstellung optischer Linsen einzusetzen, weil uns seine Eigenschaften fasziniert haben. Lumicera weist einen besonders hohen Lichtbrechungskoeffizienten auf, der bei MD = 2,08 liegt. Optisches Glas hat dagegen nur einen Wert von MD = 1,5–1,85. Zudem bietet diese Keramik eine besonders hohe Festigkeit. Für den Einsatz in Objektiven wurde das Material zusätzlich veredelt; kleine Lufteinschlüsse, die die Transparenz nachteilig beeinflussen, konnten entfernt werden. Wir haben darüber hinaus einen Prozeß entwickelt, in dem Poliermaterial, Zeit und Druck hervorragend aufeinander abgestimmt wurden und bringen zudem an der Oberfläche der Linse eine spezielle Beschichtung auf, die mit dem hohen Lichtbrechungskoeffizienten kompatibel ist. Davon versprechen wir uns ganz neue Möglichkeiten im Kamerabau.
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